Einführende Aspekte

 

In den 1960er Jahren entdeckte der amerikanische Kinderpsychotherapeut Boris M. Levinson zufällig während einer Therapiestunde die Wirkung seines Hundes auf ein Kind. Nur durch seine Anwesenheit gelang der Zugang zu seinem Patienten. Von da an setzte er den Hund gezielt in der therapeutischen Arbeit mit seinen Patienten ein und bemerkte eine bessere Ansprechbarkeit bei Anwesenheit des Hundes. Seine Beobachtungen veranlassten ihn, Tiere in sein Behandlungskonzept einzubeziehen.

 

Seit Ende der 70er Jahre wird auf diesem Gebiet weltweit geforscht und Tiere haben sich als therapeutische Helfer auch in Deutschland etabliert.[1]

 

Auf diesem wissenschaftlich fundierten Ansatz basiert auch die Tiergestützte Pädagogik, die in Deutschland ein noch recht junges wissenschaftliches Gebiet ist.

 

Die Mars Heimtier-Studie 2013 belegt, dass die Anwesenheit von Tieren im Unterricht verschiedene Kompetenzen bei den Schülern[2] fördern kann. Genannt wurden „unter anderem eine positive Wirkung auf das Lernverhalten, Angstminderung, Erlernen des richtigen Umgangs mit Tieren sowie eine Steigerung von Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme der Kinder.“

 

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen diese Einschätzung: „Studien belegen, dass zum Beispiel das Streicheln eines Hundes Stresshormone bei Kindern reduziert“, erklärt Dr. Andrea Beetz, Diplompsychologin und Mensch-Tier-Forscherin an den Universitäten Wien und Rostock, die zunehmende Beliebtheit von Vierbeinern im Klassenzimmer. „Die Anwesenheit von Tieren erhöht die Motivation und fördert Entspannung und Konzentration. So verbessert sich nicht nur das Lern-, sondern auch das Sozialverhalten der Kinder.“ Am häufigsten nannten die befragten Schulleiter Hunde, aber auch Kleintiere oder Reptilien werden oft von den Lehrern für pädagogische Einsätze ausgewählt.“[3]

 

Seit ca. 1990 sind Hunde auch an deutschen Schulen im pädagogischen Einsatz. Derzeit sind bundesweit 465 Schulen mit Schulhunden registriert. [4]

 

Das Kollegium der Grundschule Klosterfelde möchte mit dem gezielten und überlegten Einsatz eines Schulhundes eigene praktische Erfahrungen in der hundegestützten Pädagogik sammeln und die Wirksamkeit der theoretischen Studien evaluieren.

 

Wir erachten es als wichtig, Kindern den Umgang mit Tieren zu ermöglichen, die aufgrund der heutigen Zeit kaum oder keinen Kontakt zu Tieren haben und wollen des Weiteren durch seinen Einsatz auf einer anderen Ebene besonders die Entwicklung personaler und sozialer Kompetenzen erreichen.

 



[2] Zur besseren Lesbarkeit wird im gesamten Konzept auf die zusätzliche Formulierung der weiblichen Form verzichtet.

  Es wird darauf hingewiesen, dass die ausschließliche Verwendung der männlichen Form explizit als

  geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

 

Einsatz in der Schule - Planung - Stand Mai 2016

 

Der Pudel Socke soll schrittweise in der hundegestützten Pädagogik als Schulhund an der Grundschule Klosterfelde in Wandlitz eingesetzt werden, um die Lernbereiche Emotionalität und Sozialverhalten, Lern- und Arbeitsverhalten, Kognition, Motorik, Wahrnehmung, Sprache und Kommunikation in unterschiedlichsten Settings und Lerngruppen unterstützend zu fördern.

 

Grundsätzlich unterliegt der Einsatz eines Schulhundes organisatorischen und inhaltlichen Rahmenbedingungen der Schule. Der (erste) Einsatz von Socke wird deshalb individuell an die Gegebenheiten der Grundschule Klosterfelde sowie den Voraussetzungen der Schüler, des Hundes und der Hundeführerin angepasst.

 

Bei allen Einsätzen bewegt sich der Hund im Schulgebäude nur bei angekündigten, gezielten Einsätzen frei, ansonsten läuft er an der Leine.

 

Darüber hinaus wird der Einsatz des Hundes so geplant, dass er in den Unterrichtsalltag der Schüler und der Hundeführerin einwandfrei integriert werden kann.

 

In möglichen Pausen bleibt der Hund in der Einsatzklasse und/oder bekommt in außerschulischem umliegenden Gelände die Möglichkeit, sich zu lösen.

 

 

 

Socke´s erster Einsatz soll – seine Eignung vorausgesetzt – im Schuljahr 2016/17 im Rahmen des Neigungsdifferenzierten Unterrichts erfolgen.

 

In diesen Stunden wird es darum gehen, die Schüler anfangs theoretisch auf den Umgang mit einem Hund im Allgemeinen vorzubereiten. Auf den eigentlichen Einsatz des Hundes im Unterricht werden die Schüler auf methodisch vielfältige Weise vorbereitet, ehe sie auch praktisch zum Thema mit dem (Schul-)Hund Socke arbeiten. 

 

Arbeitsphase Schuljahr 2016/2017

 

Seit Beginn des Schuljahres arbeitet Frau Bruch mit den Kindern an den theoretischen im Umgang mit Socke. Die Zustimmung der beteiligten Elternhäuser liegt vor, so dass dem Einsatz in der Neigungsdifferenzierung "Schulhund" nichts entgegensteht. Alle rechtlichen Rahmenbedingungen sind bereits im Vorfeld erfüllt gewesen.